Fotomarathon München 2013

Schee is gwen beim 2. Fotomarathon München

Schee is gwen beim 2. Fotomarathon München

Da ich seit August 2012 gemeinsam mit den unter Fotografen stadtbekannten Männern Frank Seltmann, Thomas Kapuss und Sebastian Hübscher den Fotomarathon Dresden organisiere, ist es mir seitdem nicht mehr möglich am Wettbewerb teilzunehmen (logisch!). Insofern war für mich klar, stattdessen einen der mittlerweile vielen anderen Fotomarathons in Deutschland als Teilnehmer aufzusuchen. Dieses Jahr entschied ich mich gemeinsam mit Sebastian zum 2. Fotomarathon München zu fahren. Dort mussten 12 Themen in 8 Stunden fotografisch umgesetzt werden. Das sollte eigentlich kein Problem sein, aber lest selbst ...

Die Autofahrt nach München war lang und lustig. Stau hin oder her, es geht nichts über einen Männertrip in eine bierbekannte Stadt. Nach ca. 6 h Fahrt erreichten wir am vergangenen Freitag unser Domizil für eine Nacht am Bahnhof München. Das Intercity Hotel stand zwischen Abrissbaggern und Gleisen und ist nur etwas für echte Kerle, die sowieso nicht schlafen. Genau das Richtige für Sebastian und mich! 😉 Um Euch einen kleinen Eindruck zu vermitteln, hier ein Foto welches vom Zimmer aus aufgenommen wurde. Nochmals vielen Dank an Frank für die Zimmerreservierung! Wir werden uns sicher bei Gelegenheit erkenntlich zeigen.

Hotelansicht Intercity München

Hotelansicht Intercity München

Nachdem wir eingecheckt und den unbezahlbaren Parkplatz gegen einen teuren Parkplatz getauscht hatten, ging´s los auf der Suche nach den weltberühmten Biergärten. Das Wetter war super, das Licht war toll, nur der Durst war zu groß, sodass wir noch nicht richtig zum Fotografieren bereit waren. Der zweite Biergarten war dann der Gesuchte, nachdem eine uncharmante Dame im ersten Biergarten unser Geld nicht wollte?!

Nachdem wir uns gestärkt hatten und die Sonnen längst hinterm Horizont verschwunden war, ging´s los in Richtung Westfriedhof. Dort sollte der perfekte Ort sein, um sich auf einen Fotowettbewerb vorzubereiten (sofern man der Fotocommunity Glauben schenkt). Und genauso war es! Wir verbrachten ca. 1 h auf nur einem Bahnsteig und waren anschließend die glücklichsten Fotografen in München. Hier ein kleiner Eindruck unserer Fotos.

U-Bahn Haltestelle Westfriedhof

U-Bahn Haltestelle Westfriedhof

Anschließend gings zurück ins Hotel. Nach einem letzten Bier an der Hotelbar und gefühlten 3 h Schlaf dank grölender Münchner, Straßenreinigung und Abrissarbeiten vorm Hotelfenster, schafften wir es pünktlich zum Startpunkt des 2. Fotomarathon München im Hofbräuhaus. Endlich gings los... !

Nach kurzem Plausch mit den Münchner Kollegen während der Anmeldung, wurde das Oberthema bekanntgegeben. "Mia schaun Bayrisch" ?! Was soviel heißen soll wie "wir sehen bayrisch". Als wir die ersten 6 Themen in Empfang nahmen, verstanden wir schnell worum es geht. Bayrische Serien aus den 70ern, 80ern und 90ern. Die kennt ja bekanntlich jeder! Grrr! Was denken sich diese Bayern bloß immer?! 😉

Das waren die ersten 6 Themen:
1. Löwengrube
2. Weißblaue G’schichten
3. Ein Münchner im Himmel
4. Monaco Franze
5. Irgendwie und Sowieso
6. Königlich bayrisches Amtsgericht

Unter den Themen waren jeweils kurze Erläuterungen zur Serie. Daher habe ich anfangs versucht die Inhalte der Serie bei der Umsetzung der Themen in meinen Fotos zu berücksichtigen. Das war aber eine echte Herausforderung - vielleicht sogar eine zu große?! Im Nachhinein hätte ich mich lieber nur auf den Titel des Themas konzentrieren sollen, ohne die Hintergründe zur Serie zu berücksichtigen. Aber so ist das halt in einem Wettkampf unter Zeitdruck. Im Nachhinein ist man natürlich immer schlauer. 🙂

Und das sind meine Ergebnisse:

1. Löwengrube

Löwengrube

Löwengrube

Für dieses Foto habe ich genau 1 h benötigt. Ich war verzweifelt, da ich einfach nicht in den Wettkampf reingekommen bin. Die Themen fand ich sehr schwierig. Zumal ich mit bayrischen TV-Serien absolut nichts anfangen konnte. Da es bei der "Löwengrube" um zwei Familien mit unterschiedlichen Ansichten geht, fotografierte ich also diese niedlichen Figuren an einem Souveniergeschäft. Die waren meine letzte Hoffnung. Da wir die Startnummer mit ins erste Foto einarbeiten mussten, wählte ich eine Variante die vermutlich sowieso niemand versteht.

Hier also meine 'geniale' Blitzidee, um das Thema noch erfolgreich umzusetzen. Ich baute meine Starnummer 301 mit folgendem Hintergedanken ein (da bin ich echt gespannt, ob einer der Juroren drauf kommt oder mir gleich gelangweilt Null Punkte gibt!):

- 3 Figuren stehen für verschiedene Familien mit unterschiedlichen Ansichten
- 0 steht für den alten Sack mit seinen eingefahrenen Ansichten
- 1 erhält die aufgeschlossene Heidi, da sie die schönste Figur ist

2. Weißblaue G’schichten

Weißblaue G'schichten

Weißblaue G'schichten

Bei diesem Thema ging es einfach um bayrische Geschichten mit unterschiedlichen Charakteren. Also entschloss ich mich eine Alltagsszene zu fotografieren. Da kam mir ein Bayer in Lederhosen auf seinem Moped gerade recht. Ich versuchte lediglich eine spannende Perspektive zu wählen und wartete auf einen Action-Moment, um etwas Dynamik ins Bild zu bekommen.

Erschrocken bemerkte ich, dass zu diesem Zeitpunkt bereits 2 h vergangen waren. 1 h pro Foto ist kein guter Schnitt, wenn man 6 Fotos in 4 h fotografisch umsetzen muss! Egal, dachte sich Sebastian und bog ab zum Schuh-Einkauf?!?!?! Manche haben einfach die Ruhe weg - ich aber nicht! Darum nutzte ich die Zeit, um mich dem nächsten Thema zu widmen.

 

3. Ein Münchner im Himmel

Ein Münchner im Himmel

Ein Münchner im Himmel

Ich stand also vor dem Schugeschäft auf einer übervölkerten Einkaufsstraße mitten im Münchner Stadtzentrum und blickte nach oben. Sofort viel mir eine idyllische Dachterasse mit Sonnenschirm und Bäumen auf. Na wenn sich dieser Münchner Bewohner nicht wie im Himmel fühlt, dann weiß ich auch nicht... Also suchte ich kurz die passende Perspektive, um auch noch die Stadt München ein wenig deutlicher ins Bild zu rücken. Glücklicherweise stand die Katholische Kirche in der Münchner Innenstadt genau am richtigen Fleck.

 

 

4. Monaco Franze

Monaco Franze

Monaco Franze

Dann gings über zu meinem Lieblingsthema "Monaco Franze", ein Hauptkomissar und Frauenheld gleichermaßen. Sofort ging ich ans Werk. 10 EUR für einen bayrischen Hut, Sebastians Pfeife und eine Kaufhaussäule wurden organisiert. Danach konnte ich mich flirtend auf die vorbeilaufenden Frauen konzentrieren. Natürlich ging keine vorbei ohne mich fragend anzublicken. Ich glaube das Sebastian auch viel Spaß dabei hatte, mich bei der Umsetzung des Fotos zu unterstützen. 😉

So langsam kämpften wir uns in den Wettkampf rein ...

 

 

5. Irgendwie und Sowieso

Irgendwie und Sowieso

Irgendwie und Sowieso

Mit Thema Nr. 5 "Irgendwie und Sowieso" gings ab in die Hippiezeit. In der gleichnamigen Serie ging es um Verstrickungen in Liebesangelegenheiten und die Auflehnung gegen die Autoritäten von Familie und Gesellschaft (zum Glück hatte ich einen Telefonjoker, um an detailliertere Infos zu kommen). Daher erschien mir (in Anlehnung an das DVD Cover) zur perfekten Umsetzung des Themas in ein Foto die Integration einer alten Vespa und eines in einen Joint umgewandelten  Notizzettels sowie ein böser Blick angemessen. Durch die extrem große Blende weist das Foto darüber hinaus ein sehr schönes Bokeh auf.

Auch an dieser Stelle nochmals vielen Dank an meinen Mitstreiter Sebastian für die fotografische Umsetzung nach meinen Wünschen!

 

 

 

 

6. Königlich bayrisches Amtsgericht

Königlich bayrisches Amtsgericht

Königlich bayrisches Amtsgericht

Endlich war ich beim letzten Thema der 1. Halbzeit angekommen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte ich die verlorene Zeit glücklicherweise wieder aufholen. Beim Thema "Königlich bayrisches Amtsgericht" hatte ich als Stadtfremder keine Lust mir ein tatsächliches Amtsgericht zu suchen. Allerdings dachte ich irgendwie sofort an Holzbänke sowie pompöse Räume. Was wäre besser geeignet als eine Kirche. Also, nix wie rein und schon hatte ich dieses Foto im Kasten.

(Ich liebe einfach das Bokeh meines AF-S Nikkor 50mm 1:1,4G Objektivs!)

 

 

ENDLICH PAUSE am vereinbarten Treffpunkt am Sendlinger Tor (übrigens ist die U-Bahnstation auf dem Foto zu diesem Blog-Beitrag abgebildet). In der Nähe der Bäckerei Kamps fanden wir einen schönen Biergarten und genossen das schöne Wetter bei einem kühlen Guinness. Ein kurzer Plausch mit anderen Fotoenthusiasten und schon gings weiter. Allerdings wäre es für uns auch ok gewesen, wenn der Wettkampf zu diesem Zeitpunkt beendet wäre. Wir Dresdner sind eben nur kleine Marathons gewöhnt ... aber nix da, weiter zur 2. Halbzeit!

Die zweiten 6 Themen lauteten wie folgt:
7. Zur Freiheit
8. Die schnelle Gerdi
9. Kir Royal
10. Der ganz normale Wahnsinn
11. Der Alte
12. Rama Dama

Puh! Irgendie merkte ich, dass die Pause meiner Kreativität nicht gut tat. Ich war plötzlich wieder so planlos wie zu Beginn der ersten 6 Themen. Sebastian und ich begannen also erneut kopflos herumzuirren.

7. Zur Freiheit

Zur Freiheit

Zur Freiheit

Hätte ich beim 7. Thema "Zur Freiheit" nicht gewußt, dass es sich in der Serie um eine Frau dreht, die Ihren Kiosk gegen eine heruntergekommene Großwirtschaft tauscht, welche sich kurz darauf zum Mittelpunkt der Stadt entwickelt, dann hätte ich mit Sicherheit ein anderes Foto geschossen. Denn zum Thema "Freiheit" gibt es schließlich tausend Motivmöglichkeiten. Trotzdem bin ich mit dem Foto zufrieden. Das Gitter im Vordergrund symbolisiert für mich das etwas Heruntergekommene. Das Schild mit der Aufschrift "Happy Hour" sollte symbolisieren, dass sich hinter der traurigen Fassade etwas tolles verbirgt. Naja, und die Tür sollte den Eingang zur Stadtwirtschaft und somit zur Freiheit symbolisieren. Erledigt!

 

 

8. Die schnelle Gerdi

Die schnelle Gerdi

Die schnelle Gerdi

Bei der schnellen Gerdi ging es um eine Taxifahrerin. Mir (und wahrscheinlich 100 weiteren Teilnehmern) war sofort klar, dass hier ein Taxi im Bild sein sollte. Mit ein bisschen Geduld kam dann schließlich die Gerdi an einem Taxi vorbeigerannt. Was für ein Glücksfall! 😉

 

 

 

 

9. Kir Royal

Kir Royal

Kir Royal

Kir Royal ist nicht nur ein Cocktail sondern auch - Überraschung! - eine weitere bayrische Fernsehserie. Hier steht ein Klatschreporter im Mittelpunkt des Geschehens. Hierfür hatte ich die Idee verschiedene Zeitungen neben einer Kamera auf einem Tisch zu arrangieren. Der Klatschreporter ist gerade dabei eine neue Story zu schreiben. Wieder musste Sebastians Pfeife herhalten (da ich die extra für das Foto gekauften Zigaretten am Zeitungsstand liegen gelassen habe!).

Auch hier wieder vielen Dank an Sebastian für das Foto mit meiner tollen Nikon-Kamera!

 

 

10. Der ganz normale Wahnsinn

Der ganz normale Wahnsinn

Der ganz normale Wahnsinn

Weiter gings mit Journalismus. Die Serie "Der ganz normale Wahnsinn" handelt von einem Journalisten, dessen Frau ihn verlässt und stattdessen eine neue Frau in seinem Leben für Trouble sorgt. Also suchte ich mir eine passende Passantin und rannte ihr flehend und rufend nach. Diese Frauen bringen doch ständig Turbulenzen in das ohnehin schon chaotische Leben eines Mannes ...

So langsam ging es mit der Motivation nach unten. Der Wettbewerb war super anstrengend und die Themen forderten mich immer noch sehr. Aber nur noch zwei Themen mussten umgesetzt werden ... also weiter!

 

11. Der Alte

Der Alte

Der Alte

Jetzt ging es im vorletzten Thema weiter mit "dem Alten", einem verbitterten aber scharfsinnigen Polizeikommissar bei der Mordkommission. Es war kaum zu glauben, aber den fand ich tatsächlich. Der alte Mann erstarrte förmlich über mehrere Minuten bei der Beobachtung junger Künstlerinnen auf dem Rathausplatz. In aller Ruhe konnte ich mehrmals um ihn herumlaufen bevor ich meine Kamera auslöste.

Den kritischen Blick des Alten spürt man sogar aus dieser Perspektive. Einigermaßen zufrieden mit dem Foto und der Erschöpfung nahe, marschierten wir weiter in Richtung Viktualienmarkt, um das 12. Foto schnell hinter uns zu bringen.

 

12. Rama Dama

Rama Dama

Rama Dama

Wieder was dazugelernt... "Rama Dama" ist eine alte bayrische Mundart und bedeutet angeblich auf Hochdeutsch soviel wie "aufräumen tun wir" (irgendwie verstehen wir Sachsen unter Hochdeutsch etwas anderes, aber naja...).

Auf dem Viktualienmarkt kurz vor 18 Uhr sollte doch irgendjemand irgendetwas aufräumen, oder?! Fehlanzeige! Also machte ich es selber. Schnell suchte ich mir einen Bierkasten und füllte diesen mit Flaschen.

FERTSCH!

 

 

 

 

Glücklich und zufrieden über unser Finish gings zurück zum Hofbräuhaus. Dort fing alles an und dort hörte alles auf. Naja, nicht ganz! Die Siegerehrung und Ausstellung fehlen ja noch. Ich wage zwar zu bezweifeln, dass dort was zu holen ist, aber Spaß gemacht hat es allemal. Und die Bayern? Sind halt ein eigenes, lustiges Völkchen!

Vielen Dank an das FMM-Team für die tolle Organisation. Ich fand den 2. Fotomarathon München sehr gelungen. Nur noch eine Bitte an Euch ... Wir Ausländer würden uns über weniger bayrische Themen freuen. 😉