daydream

Foto des Monats September 2014 – daydream

Foto des Monats September 2014 – daydream

Nach nunmehr viermonatiger Pause haben wir es endlich wieder geschafft und veröffentlichen in diesem Beitrag ein neues Foto des Monats.

Da die Sternenspurenzeit endlich wieder begonnen hat, haben wir die erste klare Septembernacht während unseres Aufenthaltes in der Toskana zur Sternefotografie genutzt. Kein Mond, wenig Lichtverschmutzung und wenige Wolken waren gut genug für einen ersten Versuch. Glücklicherweise wohnten wir in einer herrlichen Gegend, welche zur Nachtfotografie sehr geeignet war. Dadurch mussten wir lediglich vor die Haustür treten, um das finale Foto des Monats September 2014 namens "daydream" zu realisieren.

Die Kamera fotografierte über einen Zeitraum von ca. 6 Stunden. Während dieser Zeit ergab sich eine (fast völlige) Wolkenfreiheit von ca. 3,5 Stunden. Wir hätten gern Sternenspuren über den gesamten Zeitraum von 6 Stunden abgebildet, aber es sollte einfach aufgrund  der hereinziehenden Wolken nicht sein. Diese Aufnahme war ursprünglich sowieso nur als Test gedacht, weil wir erstmalig mit einem Trick die Farbenpracht der Sterne erhöhen wollten.

Normalerweise versucht jeder Fotograf das Objekt im Sucher scharf zu stellen, bevor fotografiert wird. Das ist bei uns auch der Fall. Allerdings haben wir nach der Scharfstellung den Fokuspunkt wieder leicht verändert, um eine geringe Unschärfe zu erhalten. Bei der Sternefotografie bringt das den Vorteil, dass die Farben der Sterne wesentlich besser hervortreten. Das können wir anhand des Fotos "daydream" nun auch in unserem Blog bestätigen. Die lebhaften Farben der Sterne sind entgegen vieler anderer unserer Sternenspurenfotos deutlich sichtbar. Lediglich am Post-Processing Workflow müssen wir noch etwas arbeiten, damit unsere Sternenspurenfotos denen des Australiers Lincoln Harrison näher kommen. 😉

Natürlich kann die leichte Unschärfe der Sterne auch einfacher erzielt werden, ohne zu riskieren den Vordergrund unscharf abzubilden. Dazu muss auf ein im Vordergrund befindliches Objekt fokussiert werden (welches jedoch aufgrund des Bildaufbaus beim "Foto des Monats September 2014" nicht möglich war). Je näher die Kamera am Vordergrundobjekt aufgebaut wird, desto starker sinkt die Schärfentiefe bei unveränderter Brennweite und Blendeneinstellung. Sobald die hyperfokale Distanz unterschritten wird, kann der Hintergrund von der Kamera nicht scharf abgebildet werden. Zur Berechnung der Schärfentiefe existieren verschiedene Online-Berechnungstools.
Erklärung hyperfokale Distanz: "...endliche Gegenstandsweite, bei der im Hintergrund befindliche Objekte gerade noch scharf abgebildet werden, wenn auf diese Distanz fokussiert wird."

daydream

Foto des Monats September 2014 - daydream

In einem der kommenden Blog-Beiträge plaudern wir ein bischen aus dem Nähkästchen und verraten Euch, wie wir es (zumindest theoretisch) schaffen mehr als 10 Stunden lang Sternenspuren zu belichten.

Euer photo-bloom-Team

Details zum Foto des Monats

Blende: f2.8
Brennweite: 15 mm
Belichtungszeit: Sternenspuren 399 Fotos á 30 s || Vordergrund Belichtungsreihe von 12 Fotos
ISO 2000

Kamera: Nikon D610
Objektiv: Sigma Fisheye 15 mm
Stativ: SLIK SH 705-E
Fernauslöser: Hähnel Giga T Pro II Funk-Fernauslöser
externe Spannungsversorgung + Objektivheizung: Eigenbau

Originalfoto

Originalfoto

Adobe Bridge CS6
Adobe Photoshop CS6
Nik Color Efex Pro 2