Blaues Wunder

Bildbesprechung – blaue Schönheit

Bildbesprechung - blaue Schönheit

Unter dem Motto "Besser Fotografieren durch Online-Erfahrungsaustausch" möchten wir heute erstmals eine Komposition mit kleinen Schwachpunkten analysieren, welche vor ca. 2 Wochen kurz vor einem herannahenden Gewitter entstand. Natürlich fällt uns eine 100%-ig objektive Bildkritik eigener Fotos schwer, aber letzten Endes bewerten wir ja doch alle unsere Fotos im Hinblick auf eine spätere Veröffentlichung. Ob sie gefallen oder nicht gefallen, bleibt sowieso sehr häufig dem subjektiven Empfinden des Betrachters überlassen. Wir haben uns daher dazu entschlossen, unsere Bildkritik mit euch zu teilen und hoffen das ihr euch durch konstruktive Beiträge daran beteiligt. Schließlich wollen wir uns weiterentwickeln und benötigen hierzu eure Meinung.

Blaues Wunder

Bildbesprechung - Blaue Schönheit

Die Idee zur Erstellung eines Panoramas vom "Blauen Wunder" mit außergewöhnlichem Blickwinkel kam uns erst direkt vor Ort. Wir waren auf dem Weg zur Schwebebahn, um das aufkommende Gewitter zu fotografieren. Dabei standen eigentlich Blitze im Vordergrund ... aber lest mehr hierzu in unserem Beitrag Gewitter über Dresden.

Um die Schönheit und Robustheit des "Blauen Wunders" einmal mehr hervorzuheben, bedienten wir uns eines sehr tiefen Standpunktes direkt vor der Brücke. Unser Hauptziel war es, die Beständigkeit des "Blauen Wunders" so einzufangen, dass sie dem Eindruck gerecht wird, noch viele weitere Generationen zu überdauern. Der tiefe Standpunkt sowie die herannahenden Gewitterwolken schienen uns gute Voraussetzungen für den Erfolg dieses Unterfangens zu sein.

Grundsätzlich sei gesagt: Das Ergebnis finden wir sehr gelungen, auch wenn kleinere Schwächen im Bild vorhanden sind. Welche genau das sind? Betrachten wir das Foto etwas genauer ...

 

Technische Umsetzung

Goldener Schnitt

Goldener Schnitt

Sehen wir uns zunächst die technischen Details an. Das Foto ist aus einer Serienaufnahme mit 7 aus der Hand "geschossenen" Einzelfotos entstanden. Diese wurden mit der kostenlosen Software Image Composite Editor von Microsoft zu einem Panorama zusammengesetzt und im Seitenverhältnis 1:1 beschnitten. Teile des Brückenträgers sowie des Brückenbogens befinden sich dabei im goldenen Schnitt.

 

 

Kontrastunterschiede

Kontrastunterschiede

Das Bild weist stärkere Kontraste im Vordergrund bzw. im Bereich des rechten Brückenpfeilers auf. Diese nehmen in Richtung Hintergrund leicht ab. Eine Scharfzeichnung des Bildes ist lediglich in der Bildmitte erkennbar. Diese fällt in Richtung des Bildrands zunehmend ab. Das Foto wurde in leichte monochrome Farbtöne getaucht, welche das Bild kühl wirken lassen und den blauen Anstrich der Brücke unterstreichen.

 

 

ausgebrannter Himmel

ausgebrannter Himmel

Der Himmel ist bis auf wenige Stellen sehr ausgebrannt und weist kaum Details auf. Dieser Effekt wird durch eine leichte weiße Vignette verstärkt. Allerdings konzentriert sich dadurch der Betrachter mehr auf die Brücke als zentrales Element im Bild.

 

 

 

Verzerrungen

Verzerrungen

Leider sind in der rechten oberen Hälfte des Bildes Verzerrungen der Brücke zu erkennen, welche nach dem Stitching-Prozess nicht korrigiert wurden. Diese fallen jedoch nur leicht aus und wirken sich, unserer Meinung nach, kaum störend auf das Gesamtbild aus.

 

 

 

Bildaufbau

Linienführung

Linienführung

Der monumentale Brückenpfeiler im Vordergrund dominiert den Gesamteindruck des Fotos und wurde im goldenen Schnitt angeordnet. Der Brückenverlauf erstreckt sich vom oberen rechten Bildrand zum unteren linken Bildrand, wodurch eine Verbindung zwischen dem Brückenpfeiler und dem Hintergrund des zweiten Ufers hergestellt wird. Dem Blick von rechts oben nach links unten folgend, endet die Brücke in einer aufreißenden Wolkenformation, wodurch der ansonsten ausgebrannte Himmel auf interessante Weise ein ausgewogenes Gegenstück zur rechten Bildhälfte darstellt.

 

 

Fazit und Gesamteindruck
Das Foto ist nicht ganz perfekt umgesetzt und hätte während des Stitching-Prozesses mehr Feingefühl vertragen können. Dennoch wurden viele gestalterische Mittel gut umgesetzt, sodass ein positiver Gesamteindruck entsteht. Dieser ist vor allem auf die geschickt gewählte Perspektive und der dadurch erreichten Linienführung zurückzuführen. Die gewünschte Bildwirkung von Robustheit sowie Schönheit dieser architektonisch sehr eindrucksvollen Brücke wird unserer Meinung nach erreicht. Die leicht ins Monochrome abtrifftende Blaufärbung sowie die malerische Umsetzung tragen ebenfalls zum Gesamtcharakter des Bildes bei. Lediglich die geringe Wolkentextur sowie Bildverzerrungen mindern ein wenig die sonst sehr gelungene Umsetzung.

Brennweite: 12 mm (Kleinbild)
Blende: f7,1
Verschlusszeit: 1/50 s
ISO 200

Kamera: Nikon D90
Objektiv: Tokina 12-24mm

Ausgangsfoto

Ausgangsfoto

Microsoft Image Composite Editor
Photoshop CS6
Lightroom 3
Nik Color Efex Pro 2